Die aktuellen Zahlen
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am 5. Mai die aktuellen Zahlen aus der
Agrarstrukturerhebung 2023 zu Arbeitskräften (AK) in der Landwirtschaft veröffentlicht. [5] Von den
875.900 ermittelten Personen entfallen knapp 400.000 auf die Kategorie Familienarbeitskräfte;
235.000 sind ständige Arbeitskräfte und 243.000 Saisonarbeitskräfte mit Arbeitsverträgen von weniger
als sechs Monaten. Neben den Arbeiten, die auf dem Feld und im Stall anfallen, werden bei den
Erhebungen mittlerweile auch Verwaltungstätigkeiten, andere Geschäftsbereiche wie die
Direktvermarktung sowie forstwirtschaftliche und außerbetriebliche Tätigkeiten erfasst.
Gegenüber 2020 – dem letzten zuvor veröffentlichten Datensatz aus der Agrarstrukturerhebung – ist die
Zahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft um sieben Prozent und damit um 62.000 Menschen
zurückgegangen. Der Anteil der ständigen Arbeitskräfte ist auf Kosten der Saison-AK um drei Prozent
gestiegen.
Der Arbeitskräftebesatz pro Fläche ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich; er liegt
zwischen 1,2 AK je 100 Hektar bei den großen Ackerbaubetrieben in Ostdeutschland und 4,0 bis 4,4 AK
je 100 Hektar in Bayern und Baden-Württemberg. Im Süden ist die Landwirtschaft kleinteiliger,
Sonderkulturen wie Obst, Gemüse und Wein erfordern mehr AK, und Hangflächen begrenzen den
Maschineneinsatz. Außerdem veredeln und verkaufen dort viele Höfe eigene Erzeugnisse. In
Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegt die Zahl der Arbeitskräfte auf vergleichbarem Niveau,
weil die höhere Tierdichte mehr Handarbeit erfordert.
Auf den großen Ackerbaubetrieben im Osten stellen Familienarbeitskräfte lediglich 20 Prozent der AK.
Der überwiegende Teil der Fremdarbeitskräfte ist dort fest angestellt.
Die Mehrheit der Betriebe in Deutschland wirtschaftet im Nebenerwerb, was zur Folge hat, dass auch
die Arbeit in Teilzeit dominiert. Der Anteil der Frauen in der Geschäftsführung und Betriebsleitung
liegt je nach Bundesland zwischen neun und 30 Prozent.
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