Haha, das ist ein Test! Test
Die Erdgaspreise sind zu Jahresbeginn mit 58 Euro pro Megawattstunde rund doppelt so hoch wie im
Vorjahresvergleichszeitraum. Das belastet unter anderem die Düngerhersteller. Vor allem Stickstoff
bleibt knapp und teuer. Der schwache Euro hat die Importe zusätzlich verteuert. Für die erste
Stickstoffgabe sind Landwirte und Händler zwar gut eingedeckt, aber für den weiteren Bedarf müssen beide
Akteure nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit steigenden Preisen rechnen.
Die Auswirkungen der neuen Russland-Sanktionen gegen Düngemittel seien derzeit zwar noch nicht absehbar,
aber die Landwirte müssten auch bei Phosphor und Kali mit steigenden Kosten rechnen.
Die Rohölpreise blieben in den vergangenen zwei Wochen bei einigen „Aufs und Abs“ doch eher seitwärts
orientiert. Die in Paris ansässige Internationale Energieagentur (IEA) und die US-amerikanische Energy
Information Administration (EIA) sprechen Mitte Februar von einer leichten Überversorgung des Marktes,
die Gemeinschaft der erdölexportierenden Staaten (OPEC) spricht von einer leichten Unterversorgung, die
mit einer Fördermengensteigerung leicht zu beheben sei. Mitte Februar kostete ein Barrel (159 Liter) der
Nordseesorte Brent 75,40 US-Dollar. Die Akteure blicken auf die weitere politische Entwicklung der
Zolltarife
Getreide
Mit 3,4 Millionen Tonnen wird Frankreich im Wirtschaftsjahr 2024/25 so wenig Weichweizen in Drittstaaten
exportieren wie noch nie. Neben widrigen Wetterbedingungen hat nach französischen Analysten vor allem
die fehlende Nachfrage aus Algerien, Marokko und China zu diesem Ergebnis geführt. Gegenüber russischem
Billigweizen haben die französischen Exporteure bislang keine Chance. Dafür steigen ihre
Weichweizenexporte in andere EU-Länder leicht auf 6,24 Millionen Tonnen an.
Die ukrainische Zollbehörde gibt den Export von Getreide und Hülsenfrüchten im laufenden Wirtschaftsjahr
mit 27 Millionen Tonnen an. Das sind eine Million Tonnen mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein in der
ersten Februar-Hälfte wurden mehr als 1,5 Millionen Tonnen verschifft.
Das US-Landwirtschaftsministerium hat in seinem Februar-Bericht die Maisproduktion in Argentinien und
Brasilien um eine bzw. zwei Millionen Tonnen nach unten korrigiert. In Argentinien werde auch der
Verbrauch von Futtermais sinken, in Brasilien gehe der Export zurück. Die neue Ernteprognose für das
laufende Wirtschaftsjahr 2024/25 liegt bei weltweit 1,212 Milliarden Tonnen; im Vorjahr waren es 1,214
Milliarden Tonnen. Die Importprognose für China hat das Ministerium von 13 auf 10 Millionen Tonnen
gesenkt.
Raps und Ölsaaten
Ölsaaten standen am 10. Februar politisch im Rampenlicht. Die EU hat wegen der fehlerhaften
Umweltzertifizierungen von Biodiesel aus China Antidumping-Zölle zwischen zehn und 35 Prozent (CIF-Preis
–Transport, Versicherung, Fracht) auf Biodiesel von 50 chinesischen Herstellern verhängt. Zudem hat die
EU den Antrag aus China abgelehnt, eine Ausnahme für hydriertes Pflanzenöl einzuräumen. Die Union zur
Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) erhofft sich eine Entspannung für heimische Pflanzenöle,
was sich aber bislang noch nicht in den Kursnotierungen abbildet.
Der Sojakurs für den Fronttermin im März in Chicago hat in der zweiten Februar-Dekade wegen der Furcht
vor einem Handelskrieg und damit wegfallenden Exportmengen um mehr als zehn Euro pro Tonne nachgegeben.
In Südamerika haben sich Mitte Februar die Vegetationsbedingungen verbessert, was den Preisverfall nicht
hat aufhalten können.
Vom 1. Juli 2024 bis zum 2. Februar 2025 hat die EU 1,24 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl importiert. Das
liegt in der Mitte der Mengen von 2022/23 und 2023/24. Die Ukraine bleibt mit einem Anteil von 94
Prozent der größte Lieferant, auch wenn dort das Rohstoffangebot zurückgeht. Serbien hat sich mit einem
Anteil von drei Prozent den zweiten Platz erobert.
Kartoffeln
Am 4. Februar fand der 19. Internationale Berliner Kartoffelabend, organisiert vom Deutschen
Kartoffelhandelsverband (DHKV), statt. DHKV-Präsident Thomas Herkenrath unterstrich die Gefahr für den
heimischen Anbau durch die Schilf-Glasflügelzikade mit den von ihr übertragenen Viruserregern. „Es geht
um nichts Geringeres als die Zukunft des Kartoffelbaus in Deutschland und Europa und den Erhalt der
regionalen Wirtschaftskreisläufe“, sagte Herkenrath. Aber auch international würden die
Kartoffelproduzenten den Anschluss verlieren, weil hohe Produktionskosten und Bürokratie,
Überregulierung und Zertifizierungswahn den Anbau erschweren, sagte Herkenrath.
Nach dem aktuellen Marktbericht des irischen Bauernverbands (IFA) schwächt sich die Nachfrage nach
europäischen Kartoffeln ab, weil die Kunden auf sinkende Preise setzen. Die Verarbeiter konzentrieren
sich auf die Erfüllung der Vertragslieferungen, sodass die freien Kartoffelmengen derzeit kaum absetzbar
sind. Das setzt die Kartoffelpreise unter Druck, während eine mögliche Verknappung an Saatkartoffeln für
die Aussaat 2025 die Preise nach oben treiben könnte.
Die Preise bei den Speisekartoffeln in Deutschland haben sich mangels Nachfrage kaum bewegt. Aus Italien
sind die ersten Frühkartoffeln der Sorten „Annabelle“ und „Spunte“ auf den Großmärkten in München und
Berlin eingetroffen, was allerdings nur wenig beachtet wird. Die Sorte „Annabelle“ aus Zypern hingegen
fand ihre Abnehmer. Sie ist in allen Großmärkten vorhanden. Die Frühkartoffeln kosten zwei- bis dreimal
so viel wie die heimischen Speiselagerkartoffeln.