Preisrutsch für alle Agrarrohstoffe im Februar 2024
ADAMAs Blick in den Markt
Getreide
Die weltweit entspannte Versorgungslage bei Weizen und die aggressive
Preisstrategie für russischen Exportweizen haben die Preise anhaltend
unter 200 Euro pro Tonne gedrückt. Innerhalb der letzten Februardekade
fiel der Preis um mehr als neun Euro und erreichte damit den tiefsten
Stand seit Oktober 2020. Da aktuell auch keine Käufer auftreten, locken
die Verkäufer mit sinkenden Preisen. Große Weizenvorräte hat auch
Frankreich, das über seine Seehäfen Weizen nach China und Marokko liefert.
Die Angst vor einer witterungsbedingten kleineren Ernte nach den hohen
Regenfällen im Herbst und bis in den Januar hinein scheint bei den
Börsianern verflogen zu sein.
Für die Nutztierhalter sind das wieder gut Aussichten, denn auch die
Mischfutterpreise geben auf breiter Front nach. Gegenüber Januar 2024 war
es ein Preisnachlass von drei, gegenüber Januar 2023 von 17 Prozent. Das
gilt nicht nur für Getreide, sondern auch für Raps- und Sojaschrot. Der
langfristige Trend zeigt abwärts. Ausnahme ist Hafer. Der festigt seinen
Kurs mit 220 Euro pro Tonne. Hinzu kommt, dass wegen der sinkenden
Tierzahlen die Mischfuttererzeugung in der ersten Hälfte des laufenden
Wirtschaftsjahres mit 10,8 Millionen Tonnen stabil bleibt.
In Chicago sieht es an der Getreidebörse nicht anders aus. Da sorgen die
guten Witterungsbedingungen in Südamerika für Druck auf die Preise.
Raps und Ölsaaten
In Südamerika kommt es bei Ölsaaten nicht auf eine einzelne Tonne Ertrag
an. Die Witterungsbedingungen in Brasilien und Argentinien sind gut und
setzen den Rapspreis gehörig unter Druck. In der letzten Februardekade
fiel er um elf Euro pro Tonne auf 415 Euro. Wirklich belastbare
Erntemengen werden für Südamerika aber erst ab Mitte März bekannt sein.
Eine rekordverdächtige Sojaernte von 113 Millionen Tonnen in den USA
trifft auf ein schwächeres Exportvolumen. Auch das erhöht den Druck auf
die Preise für Ölsaaten.
Die Nachfrage nach Raps ist derzeit in Europa verhalten. Große
Exportmengen aus der Ukraine und Russland drücken auch an der Pariser
Matif die Kurse. Vorkontrakte für die Ernte 2024 werden derzeit kaum
abgeschlossen. Auch das verhaltene Mischfuttergeschäft verspricht keine
Preissteigerung für Rapsschrot.
Nach einem zunächst regen Handel mit Rapsöl für den Biodieselmarkt hat das
Interesse Ende Februar merklich nachgelassen. Dies ließ auch diesen Preis
abrutschen, und zwar um 25 Euro auf 870 Euro pro Tonne.
Kartoffeln
In Brandenburg sind die ersten Frühkartoffeln aus Ägypten eingetroffen.
Bis in die elfte Kalenderwoche werden sie die guten Lagerkartoffeln aus
Deutschland ergänzen. Die Absortierungen bleiben mit 20 Prozent aber hoch.
Der Abverkauf läuft kurz vor Ostern noch in ruhigen Bahnen. Über das Jahr
verteilt stagniert der Pro-Kopf-Konsum der deutschen Verbraucher seit
2013/14 (inklusive verarbeiteter Ware) bei 56 bis 58 Kilogramm Kartoffeln.