Landwirte wollen 2023 weniger Fläche für den Kartoffelanbau nutzen
ADAMAs Blick in den Markt
Getreide
Bis Mitte Februar haben sich preisgestützte Getreidekurse eingestellt.
Dies war erforderlich, weil zum einen der Ausblick auf Regen in den
wichtigsten Anbauregionen der USA, die unter Trockenheit leiden, fehlte,
zum anderen hat Indien sein Weizenexportverbot zur Verbesserung der
eigenen Versorgungslage verlängert. In den brasilianischen Regionen mit
einer zweiten Maisaussaat haben Niederschläge die Aussaat nach hinten
verschoben. Im dürregeplagten Argentinien hat die staatliche Agentur die
Ernteprognose für Mais für das Wirtschaftsjahr 2022/2023 erneut um 2,5
Prozent auf 42,5 Millionen Tonnen gesenkt.
Raps und Ölsaaten
Mit dem Wechsel des Fronttermins von Februar auf Mai schlossen die
Rapsnotierungen mit einem Plus ab. Gedämpft werden die Erwartungen durch
ein hohes Importangebot in der EU und durch feste Palmöl- und Rohölpreise.
In den ersten sechs Wochen des neuen Jahres hat Deutschland mit 195.000
Tonnen Raps aus Drittländern 51 Prozent mehr als im Vorjahr eingekauft.
Das meiste kommt aus Australien und hat Mühe, in den noch gut gefüllten
Lagern unterzukommen. Rapsschrot profitiert hinge‐ gen durch ein knappes
Angebot, das zudem über weitere Strecken transportiert werden muss.
Kartoffeln
Die aktuellen Zahlen von 2022 sind für die deutschen Kartoffelerzeuger
ernüchternd. Nach einem Konsumrückgang von 9,3 Prozent im Jahr 2021 fiel
der Konsum 2022 um weitere 7,3 Prozent zurück. In Großbritannien hat die
Knolle ein schwieriges Jahr vor sich. Zum einen haben die Landwirte 2022
nur sehr wenig geerntet, zum anderen wenden sich die Konsumenten wegen der
steigenden Preise von den beliebten Kartoffeln ab. Landwirte wollen 2023
weniger Fläche für den Kartoffelanbau nutzen, was allerdings den
Kartoffelpreis deutlich erhöhen wird.