Getreidemarkt-Update: Preise könnten trotz guter Versorgungslage steigen
ADAMAs Blick in den Markt
Getreide
Ende Mai ging nach einer langen Phase sinkender Getreidekurse der Preis
wieder nach oben. Am Markt hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Russland
das gerade erst verlängerte Getreideabkommen für den Export über das
Schwarze Meer nicht vollständig umsetzen will. Die weltweit gute
Versorgungslage hat den Druck auf die Preise fortgesetzt. Der Kurs fiel
mit unter 220 Euro pro Tonne auf den tiefsten Stand seit Juli 2021. Die
große Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion hat auch den europäischen
Getreideexport einschlafen lassen.
Wer auf steigende Preise hoffen möchte, der setzt auf das dürregeplagte
Spanien. Ende Mai wurden rund 8.000 Tonnen Weizen nach Spanien verschifft.
Raps und Ölfrüchte
Die Rapsernte steht bevor. Die Bestände in Deutschland, Frankreich und
Rumänien sehen gut aus. Die Aussicht auf 20 Millionen Tonnen Raps lassen
bei dem Rekordwert keinen Spielraum nach oben. Kurz vor der neuen Ernte
hat aber die Nachfrage nach prompter Lieferung von Rapsschrot zugenommen
und den Markt belebt. Die Lieferung für Juni wurde mit einem Aufschlag von
12 Euro pro Tonne mit 320 Euro gehandelt.
Bei Soja stehen die Preise ebenfalls unter Druck. China hat seine
Nachfrage zurückgefahren, und die Aussaat in den USA ist bereits weit
fortgeschritten. Derzeit dominiert noch das brasilianische Angebot den
Weltmarkt.
Kartoffeln
Das kühle und nasse Frühjahr hat viele Kartoffeln am Auflaufen gehindert.
Eine Neubewertung der heimischen Kartoffelernte liegt zum 5. Juni noch
nicht vor. Bei den heimischen Frühkartoffeln kommen derzeit überwiegend
Knollen aus dem Folien-Anbau auf den Markt. Aus Spanien werden
dürrebedingt nur kleinere Mengen erwartet. Vorräte aus dem Vorjahr tragen
jetzt nicht mehr zur Versorgung bei.