Die guten Ernteprognosen in Südamerika drücken auf die Mais- und Sojapreise
ADAMAs Blick in den Markt
Allgemeine Marktentwicklung
Die Bären und Bullen ringen hart um den Ölpreis. Zu Beginn der letzten
Januardekade ist dieser auf 77 US-Dollar je Barrel für die Nordsee-Sorte
„Brent“ gestiegen und hat damit innerhalb von zehn Tagen um sieben
US-Dollar zugelegt. Die Bären sorgen sich um die Nachfrage, für deren
Erholung es keine Anzeichen gibt. Die Bullen blicken auf den Mittleren
Osten, wo sich die Sicherheitslage durch die Huthi-Rebellen im Jemen und
den Grenzkonflikt zwischen Pakistan und Iran verschärft hat. Der aktuelle
OPEC-Bericht prognostiziert eine Nachfragesteigerung für 2025.
Getreide
Die Preise für Mais und Weizen laufen an der Matif in Paris auseinander.
Die guten Vegetationsbedingungen in Brasilien setzen den Maispreis unter
Druck, während Weizen durch die internationale Nachfrage profitiert.
Gegenüber den Schwarzmeerexporten kann die EU leicht aufholen. Braugerste
und Hafer legen im Preis hingegen überdurchschnittlich zu, weil die
vorhandenen Mengen qualitativ und quantitativ nicht ausreichen.
Mittlerweile zeigt sich, dass aufgrund der vielen Niederschläge der
vergangenen Monate in der EU sieben Prozent weniger Winterweizen und vier
Prozent weniger Wintergerste ausgesät wurden. Das leichte Anbauplus bei
Roggen und Triticale kann das nicht kompensieren.
Raps und Ölsaaten
Auch bei europäischem Winterraps gibt es witterungsbedingt ein Minus von
vier Prozent in der Aussaatfläche. Das Abrutschen des Rapskurses aber
resultiert aus dem Beginn der Sojaernte in Südamerika, der spätestens
Anfang März erwartet wird. Die Farmer in Brasilien und Argentinien haben
ihre Ernteprognosen zuletzt stetig angehoben. Der Pflanzenölmarkt zeigt
sich wenig belebt. Bis auf Palmöl (+56 %), Raps und Sonnenblumen werden
alle Ölsaaten und deren Nachprodukte auf den Exportmärkten deutlich
weniger als im vergangenen Jahr gehandelt.
Der Rapsfronttermin im Februar hat leicht zugelegt. Die Händler halten
ihre Partien mit der Hoffnung auf steigende Preise aktuell zurück.
Kartoffeln
Die seit Jahresanfang eingestellten höheren Preise halten den Prognosen
entsprechend an. In Brandenburg wurden für gute Speisekartoffeln 40 Euro
pro Dezitonne bezahlt. Dieser Preis hält sich auch in Sachsen-Anhalt, wo
die Nachfrage des Lebensmittelhandels schwächelte. Weitere Preiserhöhungen
sind ein sensibles Thema für die Gemeinschaftsverpflegung. Beispielsweise
sollen Kinder in den Schulen jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen. Die
Länderetats sind aber begrenzt.