Der April wird also nicht nur beim Wetter wechselhaft und überraschend
ADAMAs Blick in den Markt
Marktumfeld
Mit der Pleite der Silicon Valley Bank Mitte März dreht sich der
altbekannte Kreisel zwischen Politik und Bankenprofis. Die Politik
beschwichtigt, Analysten befürchten eine neue Kreditkrise. Mit der
Unterstützung der Credit Swiss durch die Schweizer Großbank UBS und den
Gerüchten über die Deutsche Bank zieht das nächste ökonomische Gewitter
über einer Weltwirtschaft auf, die kaum noch zur Ruhe kommt. Der April
wird also nicht nur beim Wetter wechselhaft und überraschend. Immerhin
bringt die Aussicht, dass die First Citizens BancShares große Teile die
Silicon Valley Bank übernehmen wird und die Märkte beruhigt, etwas Licht
am letzten Märzwochenende. Die Wirtschaftsticker vermelden, dass im März
Gelder von den kleineren US-Banken zu den größeren und dort in
verschiedene Fonds geflossen sind. Mehr als 300 Milliarden USDollar
flossen zu einem Rekordvolumen in Höhe von 5,1 Billionen US-Dollar in
Geldfonds. Vergleichbare Summen flossen lediglich in den Jahren 2002 und
2020, gefolgt von Zinskürzungen der US-Notenbank. Die Nervosität der
Finanzmärkte beeinflusst auch den Ölmarkt. Die Rohölpreise sind unter
Druck geraten und kletterten gegen Ende März dann doch noch auf 73,35
US-Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent. Die Streiks
in Frankreich und mögliche Arbeitskämpfe auf den Bohrinseln der Nordsee
unterstützen die Aufwärtsbewegung der Preise.
Getreide
Preisbewegungen für Getreide werden erneut aus der Schwarzmeerregion
verursacht. Trotz aller Schwierigkeiten fließen Getreide und Mais aus der
Ukraine und Russland ab. Die Abkommen für eine sichere Schiffspassage für
Agrargüter über das Schwarze Meer zwischen der Türkei und der Ukraine und
der Türkei mit Russland wurden Mitte März verlängert und sichern das
Angebot. Das setzt die europäischen Notierungen unter Druck. Weizen fiel
Mitte März binnen einer Woche um 20 Euro auf 253 Euro pro Tonne. Die sich
ausbreitende Trockenheit im mediterranen Raum macht sich an den
Getreidebörsen noch nicht bemerkbar.
Raps und Ölsaaten
Im Vergleich zum vergangenen Jahr liegen die Rohölpreise auf
Vorkriegsniveau und ziehen den Preis für Raps mit nach unten. Die
Abwärtsbewegung wird durch sinkende Soja- und Palmölnotierungen gestützt.
Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt die brasilianische Sojaernte
2023 mit einem Rekordwert von 153 Millionen Tonnen ein. Mit rund 430 Euro
pro Tonne hat Raps den niedrigsten Preis seit November 2021 erreicht. Das
sind seit Februar 2023 130 Euro pro Tonne weniger. Eine Aufwärtsbewegung
ist nicht in Sicht, da die Läger in Polen und Rumänien mit Ware aus der
Ukraine voll sind.
Kartoffeln
Ende 2022 hatte Deutschland mit vier Millionen Lagerkartoffeln einen um
elf Prozent höheren Vorrat als 2021. Der Lebensmitteleinzelhandel hat
mittlerweile ägyptische Frühkartoffeln gelistet. Dennoch ist der Abverkauf
ruhig und zeigt stabile Preise. Von einem Ostergeschäft ist Ende März noch
nicht die Rede. Exporte aus Deutschland gehen weiter nach Polen und
Tschechien.