China setzt weiter auf Mais aus der Ukraine
ADAMAs Blick in den Markt
Getreide
Russlands Weizenexporte und der Preisdruck von der Getreidebörse in
Chicago haben die europäischen Weizennotierungen zu Beginn des Monats
Oktober auf den tiefsten Stand seit drei Wochen gebracht. Trotz
Vernichtung ukrainischer Infrastruktur für den Export im Raum Odessa
fließt weiterhin Weizen aus der Ukraine über den europäischen
Solidaritätskorridor ab. Französische Marktanalysten notieren – bei einem
Wechselkurs von Euro zur US-Dollar von 1,00 : 1,046 – den tiefsten Wert
seit zehn Monaten und damit Unterstützung für den europäischen
Exportmarkt. Die Kopplung der Maispreise an den Weizenkurs sorgt bei
fortschreitender Maisernte in den USA auch bei diesem Getreide für
sinkende Notierungen.
Die ersten Weizenkorrekturen auf der Südhalbkugel wegen des
Wetterphänomens El Niño machen sich an den Börsen noch nicht bemerkbar.
China setzt weiter auf die Ukraine. Obwohl die eigene Maisernte um 2,9
Prozent auf 285 Millionen Tonnen ansteigen wird, braucht das Land Mais. In
den vergangenen Wochen hat China nach Börsenmeldungen zwischen 500.000 und
einer Million Tonnen Mais mit Lieferung im November und Dezember in der
Ukraine gekauft.
Raps und Ölsaaten
In New York ist der Preis für Rohöl wieder auf weniger als 90 US-Dollar
pro Barrel (159 Liter) gefallen und zieht mit Ausnahme der Rapsnotierung
die Pflanzenölpreise nach unten.
Die neue Aussaat für brasilianisches Soja ist mit Beginn im September
bisher sehr gut verlaufen. Die argentinischen Sojaexporteure profitieren
von dem von der Regierung eingesetzten “Soja-Dollar“, der ihnen noch bis
zum 25. Oktober einen verbesserten Wechselkurs garantiert. Die USA haben
am letzten Handelstag im September zwei außerordentliche Sojaexporte von
210.000 Tonnen nach Mexiko und 132.000 Tonnen nach China notiert.
Im Rahmen der langfristigen Absicherung europäischer Sojaproduktion hat
der Verein „Donau-Soja“ sein Projekt „GV-freies Soja-Saatgut in der
Ukraine" abgeschlossen, wie der Verband Anfang Oktober meldet. Ziel war
es, die Kosten für den Erwerb von zertifiziertem Sojasaatgut und für den
Kontrollaufwand zur Prüfung der Reinheit gegen Kontamination im Bestand zu
decken. Rund 30 Landwirte nahmen an dem Projekt teil und sorgen zuerst in
der Ukraine und dann über den Export in die EU für ein erhöhtes Angebot
von gentechnikfreiem Soja.
Raps aus der Ukraine kommt derzeit in Ganzzügen zur Ölmühle in Rostock.
Frachtschiffe, die Raps aus der Schwarzmeerregion bringen, fahren durch
bis zum Hafen Rostock. Hamburg hat bereits Aufgeld für Lieferungen an die
Elbe erhoben.
Der Markt für Rapsschrot ruht. Es ist bei sinkendem Tierbestand und
ausreichendem Lager genug Ware vorhanden.
Bei Soja drückt das brasilianische Angebot Ende September den Preis für
konventionelle Ware um zehn Euro pro Tonne auf 462 Euro (44 % Rohprotein).
GV-freie Ware hingegen legt um neun Euro auf 515 Euro pro Tonne zu.
Kartoffeln
Der Deutsche Kartoffelhandelsverband (DKHV) darf sich über ein Ernteplus
von zwei Prozent gegenüber dem Durchschnittswert der Vorjahre freuen. Der
Verband rechnet mit 10,9 Millionen Tonnen Kartoffeln, bei denen sich die
Ernteerträge regional aber sehr unterschiedlich entwickeln. Neben den
regionalen klimatischen Gegebenheiten haben die unterschiedlichen
Auspflanzungszeiten und der Einsatz von Bewässerung die Erträge stark
beeinflusst. Die vorläufigen Erträge reichen von 216 Dezitonnen pro Hektar
(dt/ha) im Saarland bis zu 487 dt/ha in Nordrhein-Westfalen. Mit 5,2
Millionen Tonnen kommt die Hälfte der Kartoffeln nach wie vor aus
Niedersachsen, wenngleich die Anbaufläche dort gegenüber 2022 von 121.000
auf 119.000 Hektar zurückging. Die Ende September vorgelegten Zahlen
erlauben keinen Hinweis auf die Verwertungsrichtung.
Die gute Versorgungslage drückt überall auf die Preise. In Sachsen-Anhalt
werden gerade noch 30 Euro pro 100 Kilogramm gehandelt. In Sachsen haben
die Landwirte wegen anhaltender Trockenheit das Roden eingestellt. Kluten
beschädigen die Knollen.
Bei Bio-Kartoffeln kann die Erntemenge erst nach Ende der Einlagerung
veröffentlicht werden. Die Menge liegt aber zu Ende August über der des
schwachen Vorjahres. Die Preise haben sich bei 70 bis 80 Euro pro 100
Kilogramm stabilisiert.